Ärzteteam in karitativem Einsatz in Indien Marbella.

Zum vierten Mal begab sich Dr. Alexander Aslani, Chefarzt der Abteilung für Plastische Chirurgie am Krankenhaus Quirón Málaga und Inhaber der Cirumed Clinic Marbella, auch dieses Jahr wieder auf einen karitativen Interplast Einsatz nach Indien.

Nachdem die letzten Einsätze das Team nach Mysore (Provinz Bangalore) geführt hatten, ging es diesmal nach Kalkutta ins Shree Jain Hospital. «Wir waren ja von unseren vorherigen Einsätzen im Mission Hospital Mysore einiges gewohnt», so Dr. Aslani. «Aber subjektiv ist Kalkutta nochmal eine ganz andere Liga. Auch wenn ich jetzt schon ein paar In- dieneinsätze hinter mir habe, bin ich doch immer wieder beeindruckt, unter welchen Bedingungen Menschen leben können und mit welcher Stärke sie für uns unfassbares Elend ertragen.»

Unterstützt wurde der Einsatz von Interplast Germany e.V. sowie vom Krankenhaus Quirón Málaga. Dank dieser Unterstützung ging es mit über 300kg an Material und einem Team aus sieben Ärzten und OP-Technikern, die alle ihren Urlaub für diesen karitativen Einsatz opferten, nach Kalkutta. Das Team bestand aus zwei Plastischen Chirurgen, zwei Anästhesistinnen, einem Unfallchirurgen, einem Anästhesiehelfer und einer OP- Schwester.

So war es die erste Aufgabe, die Patienten zu sichten und auf die elf OP-Tage zu verteilen. Die indischen Gastgeber vor Ort hatten eine Sprechstunde vor dem Kranken- haus organisiert, wo knapp 200 Patienten auf Sichtung warteten. Viele dieser Patienten, großteils Kinder, hatten bis zu einer Woche An- reise hinter sich um bei dem Interplast-Ärzteteam vorstellig zu werden und mit Glück einen OP-Tag zugewiesen zu bekommen. Es wurden Babies im Alter von wenigen Monaten bis hin zum Erwachsenen alles gesehen. Ebenso war das Operationsspektrum recht weit gefächert. Da vor Ort bekannt war, dass ein Arzt aus Europa kommt, der Lippen-Kiefer-Gaumenspalten kostenlos operieren wird, wurden bei Dr. Aslani 40 Patienten mit minder bis sehr stark ausgeprägten Spalten (Hasenschar- ten bzw. Wolfsrachen) vorstellig, welche dann in den darauffolgenden Tagen in mehrstündiger Feinarbeit durch ihn operiert wurden. «Lippen-Kiefer-Gaumenspalten sind in Europa quasi verschwunden, in Indien aber noch sehr weit verbreitet, da die wenigsten Frau- en während der Schwangerschaft ein Screening auf Missbildung ihrer Babies bekommen», so Dr. Aslani. «Für die betroffenen Kinder sind die Konsequenzen grauenvoll. Eine solche Spalte ist nicht nur ästhetisch sehr stigmatisierend, die Patienten können auch nicht sprechen und nur sehr schwierig essen. Diesen Patienten können wir am besten helfen, da sich mit einer relativ kurzen Operation ihre Lebens- situation gewaltig verbessern lässt.» Neben den dort noch immer stark verbreiteten Lippen-Kiefer-Gaumenspalten wurden auch viele Verbrennungsopfer jeder Altersgruppe behandelt.

Sie bekamen Narbenkontrakturen gelöst, so dass Bewegungseinschränkungen aufgehoben wurden, aber auch nicht heilende Verbrennungsnarben mittels Hautplastiken gedeckt. Die Schwierigkeit des Einsatzes lag vor allem in der Improvisation aufgrund der fehlenden Materia- lien beziehungsweise des immer wieder auftretenden Stromausfalls. Dank der Spenden konnte man jedoch das ein oder andere Materialdefizit beheben. Trotz aller Schwierigkeiten ver- lor das Team nie die Motivation und war stets guter Laune. Die Anästhesistinnen nahmen den Kindern die Angst, in dem sie sie mit einem Stofftier aus der mitgebrachten ‘Schatztruhe’ ablenkten – natürlich durften die Kinder diese auch nach dem Eingriff behalten. Das Team war von der Dankbankeit und Gastfreundschaft des Volkes gerührt und zog daraus die Energie, um die harten Tage zu bewältigen. Es waren nicht nur die langen Operationstage und die teil- weise stundenlangen Operationen, die jedem einzelnen Energie abverlangten, sondern auch die trauri- gen Schicksale und der Mangel an für uns selbstverständlichen Dingen. Dennoch man sehr froh, dass es diesen Einsatz machen durfte und mit über 100 Operationen hel- fen konnte. Das Team dankt allen Helfern und Unterstützern für die Geld- und Sachspenden durch welche der Einsatz ein solch großer Erfolg wurde.

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